Kunst
Interner Link zur Kunst in OE
Stadtbücherei
Externer Link zur Stadtbücherei
Ticketservice
Externer Link zum Ticketservice

Sie sind hier: Home > Leben in OE > Kunst

Schrift: größer, normal oder kleiner

Kunst / Künstler

Bild von der neuen Mitte

Walter Dückino macht aus der Glühlampe ein Kunstobjekt.

Der Lichtkünstler Walter Dückino sieht überall Glühlampen. Schon seit einigen Jahren verfremdet er Alltagsgegenstände mit Glühlampen und macht daraus Lichtkunstobjekte.

Seine Idee dabei ist so einfach wie beeindruckend. In die Glühlampe wird ein Loch gesägt und von innen mit einer kleinen Halogenlampe beleuchtet. Das macht aus dem Leuchtmittel eine Leuchte. Damit lassen sich benahe alle Gegenstände in ein sprichwörtlich »neues Licht« setzen.

Nichts ist vor ihm sicher: Zusätzlich zu Äpfeln und Birnen kommt noch eine Glühlampe auf die Obstschale. Der Bilderrahmen wird durch die Glühlampe selbst zum Kunstobjekt. Der Kaktus hat statt Stacheln nun Glühlampen, die gar nicht pieken.

Seit etwa acht Jahren beschäftigt sich Dückino mit der »Lampe in der Lampe«.

Bild von der neuen Mitte


Wie bei Entwicklungen gibt es auch bei dieser Technik mittlerweile grundlegende Innovationen. So wird nun das in die Glühlampe gesägte Loch mit einem Magnetring verstärkt. Dadurch sind die Glühlampen viel haltbarer, sie zerbrechen viel seltener. Außerdem gibt es nun an dem zu beleuchtenden Objekt einen zweiten Magnetring als Gegenstück, der das sichere Fixieren der Glühlampe erlaubt. Die Gefahr eines Bruchs ist nahezu ausgeschlossen.

»Sogar die Obstteller lassen sich nun an die Wand stellen, ohne daß die Glühlampe verrutscht«, sagt Dückino begeistert von seiner Weiterentwicklung. Er bietet allen Besitzern seiner älteren Objekte den Wechsel zum neuen System an.

Walter Dückino hat sich seine Entwicklung mit drei Patenten schützen lassen: Zwei Varianten vergab er in Lizenz an Firmen, mit einer dritten Ausführung setzt er seine eigenen Kunstwerke um. Dem gelernten Schreiner gehen die Ideen nicht aus. Immer andere Materialien möchte er mit neuen Kunstformen kombinieren. Das hat ihn 1997 schon auf die Dokumenta, die Leistungsschau der Weltkunst in Kassel, gebracht. So ist zum Beispiel die Farbverfremdung von Postern und ihr nachträgliches Beleuchten neu. Ein Foto von Willy Brandt, das in verschiedenen Farbstufen gedruckt und auf das Glühlampen montierte wurden, war das erste Kunstwerk dieser Reihe. »Ich hatte das Objekt kaum in der neuen Ausstellung aufgehängt, da war es schon verkauft«, freut sich Dückino.

So entsteht beispielsweise ein interessantes Geschenk zum Firmenjubiläum oder auch ein Werbeplakat. Gern unterbreitet er Interessenten Vorschläge zur individuellen Gestaltung von Portraits.

Innovativ ist auch sein System, anstelle von einfachen Downlights verfremdete Glühlampen in die abgehängte Decke einzusetzen. Vorteil des Systems: Es sind keine großen Deckenausschnitte notwendig, es muß lediglich die etwa 10 mm große Fassung mit dem Magnetring als unterer Abschluß in die Decke eingebaut werden. Die Glühlampe wird einfach aufgesetzt und ist Designelement und Blendschutz zugleich.

Gerade setzte er eine neue Idee in die Tat um: Die Calla hat es ihm angetan. Besonders die Blüte, die einem kahnförmigen Hochblatt entspringt, fasziniert ihn. Als Blüte will er seine »Lampe in der Lampe« einsetzen. Und es gibt noch so viele Dinge zu entdecken …

Inzwischen gibt es in seiner Heimatstadt Oer-Erkenschwick eine Dauerausstellung, in der seine Objekte besichtigt werden können. Virueller Rundgang..