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Künstliche Intelligenz auch auf dem Bauernhof
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Künstliche Intelligenz hält auch in Oer-Erkenschwick immer mehr Einzug in landwirtschaftliche Betriebe. „Ich nutze beispielsweise kameragesteuerte Rollhacken, um Maisfelder vom unerwünschten Beikraut zu befreien. So habe ich im vergangenen Jahr erstmals komplett ohne Pflanzenschutzmittel ein passables Ergebnis erzielt“, verrät Ortslandwirt Stefan Uhlenbrock anlässlich einer Betriebsbesichtigung von Bürgermeister Carsten Wewers.

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Stefan Uhlenbrock bewirtschaftet seit 1995 verantwortlich seinen Hof am Schäferweg an der Stadtgrenze zu Marl. 28 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche sind von ihm und seine Ehefrau mit Unterstützung der drei Kinder zu beackern. Hinzu kommen 20 Milchkühe und ebenso viele Kälber im Alter von zwei Monaten bis zu zwei Jahren. Der Sohn befindet sich gerade auch in der Ausbildung zum Landwirt. „Dann ist ja die Nachfolge perspektivisch gesichert“, freute sich der Verwaltungschef bei einem Rundgang über das Gehöft.

Das gibt es übrigens bereits seit 1750. Angefangen hatte alles mit einem urkundlich erwähnten Schafstall und einem Schäfer, der auch Namensgeber für die heutige Wohnadresse, den Schäferweg, ist. „Damals war die Haard noch eine Heide. Erst später wurde sie von den Bergwerksgesellschaften aufgeforstet“, weiß Uhlenbrock zu berichten.

Die Familie Uhlenbrock stammt eigentlich aus Dülmen. Der Urgroßvater des jetzigen Hofeigentümers kam schließlich als Verwalter auf den Hof. 1934 wurde er Eigentümer. „Haupteinnahmequelle war damals die Kartoffel. Die gedieh nicht nur gut auf den leichten Böden, sondern diente auch als beliebtes Nahrungsmittel für die Bergleute auf den Zechen in der Umgebung. 1970 übernahm das Stefan Uhlenbrocks Vater den Hof, 25 Jahre später wurde er selbst Chef.

Schweine gibt es auf dem Uhlenbrockschen Hof seit einigen Jahren nicht mehr. „Die Anforderungen an die Tierhaltung kann ich als kleiner Betrieb nicht mehr erfüllen“, sagt Uhlenbrock. Dafür liefern die 20 Milchkühe jeweils bis zu 8.500 Liter Milche im Jahr. Ein Großteil davon wird in einer Molkerei im Münsterland verarbeitet, einen kleinen Teil verkauft Uhlenbrock direkt an seinem Hof. Und zwar jeden Abend zwischen 17 und 18 Uhr, für 90 Cent den Liter.

Während im Winter die Arbeit draußen auf dem Feld etwas weniger wird, geht es aber ab 1. Februar schon wieder richtig los. „Dann wird Gülle gefahren. Denn die schon ausgesäten Pflanzen brauchen bei den aktuell warmen Temperaturen unbedingt diesen Naturdünger. Und danach werden die Böden schon wieder auf die Frühjahrsaussaat vorbereitet“, erklärt Uhlenbrock.

Für die aktuell noch laufenden Bauernproteste hat Ortslandwirt Stefan Uhlenbrock viel Verständnis. „Die Besteuerung des Agrardiesels, über die immer wieder berichtet wird, ist dabei nur eines der Probleme. Es ist am Ende die Summer vieler Punkte wie allgemein steigende Kosten und vor allem die teils widersprüchliche Bürokratie, die die Landwirte auf die Palme bringt“, klärt Uhlenbrock auf.



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