Image
Klimaschutz

Anpassungsagenda

Die Oer-Erkenschwicker Anpassungsagenda ist das Ergebnis eines umfassenden Prozesses, der auf einem breiten Spektrum bewährten Praktiken und von rechtlichen Grundlagen beruht. Sie wurde nicht isoliert entwickelt, sondern als integraler Bestandteil eines regionalen und nationalen Rahmens zur Anpassung an den Klimawandel, auch im Hinblick auf die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und ihren Zielen.

Zur Entwicklung dieser Agenda wurden bewährte Standards und Leitlinien herangezogen, die von Anpassungsbeauftragten in Deutschland verwendet werden. Diese Standards umfassen eine Vielzahl von bestehenden Leitfäden, Konzepten und Gesetzen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen bewegen, von kommunalen bis hin zu bundesweiten Vorschriften.

Auf kommunaler Ebene bildet die Stadtklima- und Betroffenheitsanalyse 2023 derzeit die zentrale Grundlage für die Agenda. Perspektivisch ist jedoch die Entwicklung eines städtischen Leitbildes notwendig, das als Wegweiser für eine langfristig klimarobuste Stadtentwicklung dient und Aspekte der Klimawandelanpassung u. a. in die städtische (bauliche) Entwicklung integriert.

Auf regionaler und Landesebene werden weitere relevante Ratgeber herangezogen, darunter u. a. das Handbuch Stadtklima des Landes Nordrhein-Westfalen, das spezifische Orientierungshilfen und Empfehlungen für die Anpassung an den Klimawandel in den urbanen Gebieten bereitstellt, sowie das Bundes- als auch das Landesklimaanpassungsgesetz NRW, die übergeordnete rechtliche Rahmenbedingungen für die Klimaanpassung in Deutschland setzen. Im Bereich des Baurechts sind das Baugesetzbuch (BauGB), die Baunutzungsverordnung (BauNVO) und die Landesbauordnung NRW (BauO NRW) von entscheidender Bedeutung, da sie die Planung und Entwicklung von u. a. den urbanen Stadtgebieten regeln und damit auch Möglichkeiten für die Integration von Anpassungsmaßnahmen, auch im Hinblick auf die Umsetzung der deutschen Nachhaltigkeitsziele, bieten. Darüber hinaus werden strategische Initiativen wie die Strategie Grüne Infrastruktur des Regionalverbandes Ruhr (RVR), die Klimaresiliente Region mit Internationaler Strahlkraft (KRiS) der Emschergenossenschaft bzw. des Lippeverbands (EGLV) und der regionalen Hitzeaktionsplanung (rHAP) einbezogen, um eine ganzheitliche und koordinierte Herangehensweise an die Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der Region und der Metropole Ruhr sicherzustellen.

Sie bietet durch die Integration von z. T. individuell für Oer-Erkenschwick entwickelten Anpassungsinstrumenten auch die Möglichkeit zum Monitoring und Controlling von Flächenveränderungen im stadtklimatischen Kontext nicht nur im Dezernat 4, sondern kann auch innerhalb der Verwaltung für flächenbezogene Aufgaben für z. B. übergreifende Planungen genutzt werden. Durch die Berücksichtigung dieser vielfältigen rechtlichen, strategischen und fachspezifischen Rahmenbedingungen kann die Anpassungsagenda von Oer-Erkenschwick auf einer soliden Grundlage aufbauen und effektive Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen die mit dem Klimawandel verbunden sind entwickeln. Aufgrund ihres modularen Aufbaus kann die Agenda stets auf einen aktuellen Stand gehalten und kurzfristig an sich ändernde Bedürfnisse und Anforderungen angepasst werden.

Die Anpassungsagenda umfasst drei aufeinander aufbauende, miteinander in Verbindung stehende und unabhängig voneinander fortschreibbare Module und läuft unter dem Motto „Klimarobust in die Zukunft“:

Details

Die Stadtverwaltung hat im zweiten Quartal 2023 den Regionalverband Ruhr (RVR) damit beauftragt, eine Stadtklimaanalyse gemäß der VDI-Richtlinie 3787, Blatt 1 (VDI 2015) zu erarbeiten. Diese Analyse zielt darauf ab, stadtklimatische Sachverhalte zu untersuchen, zu bewerten und in Kartenform darzustellen, um sie für städtische Planungs- und Entscheidungsprozesse nutzbar zu machen. Sie bietet einen umfassenden Einblick in die lokalen klimatischen Verhältnisse und dient als wichtige Grundlage für zukünftige Entscheidungen, insbesondere im Bereich der Stadtentwicklung in Richtung einer klimarobusten Entwicklung. 

Die Analyse beruht auf aktuellen Geodaten (Stand 2023) und den modernsten Modellen, um die verschiedenen stadtklimatischen Bereiche zu erfassen. Es ist festgestellt worden, dass Waldgebiete wie die Haard im Norden positive Auswirkungen auf das lokale städtische Klima haben, wohingegen stark versiegelte Bereiche wie die Gewerbegebiete oder das städtische Zentrum zu Hitzebelastungen beitragen können. Die Heterogenität der Flächennutzung in Oer-Erkenschwick führt zu einem vielfältigen stadtklimatischen Spektrum. 

Um das städtische Klima, angesichts erwarteter klimatischer Veränderungen, nicht zu verschlechtern, sind Empfehlungen für die künftige Stadtentwicklung vorgeschlagen worden, darunter u. a. die Planung von Grünflächen und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas. Als besonders wichtig wird der Erhalt und die Schaffung von Grünflächen sowie ihre Verknüpfung mit Ausgleichsflächen in bestimmten räumlichen Teilen des Stadtgebiets erachtet. Es ist darauf hingewiesen worden, dass Prognosen auf eine mögliche Verschärfung der Hitzebelastung in der Zukunft hinweisen, insbesondere in dicht besiedelten Bereichen. Daher sind Maßnahmen wie die verstärkte Begrünung des urbanen Raums von großer Bedeutung, um das Mikroklima lokal zu erhalten oder wo nötig zu verbessern.

Downloads
Klimaanalyse Stadt Oer-Erkenschwick (PDF)
Pdf
PDF-Datei
Planungshinweiskarte (PDF)
Pdf
PDF-Datei

Im Vorwort zur modularen Anpassungsagenda wurde bereits betont, dass die Inhalte des Handbuchs Stadtklima NRW sowie die identifizierten Herausforderungen und Ziele der Klimaresilienten Region mit internationaler Strahlkraft (KRiS) und des regionalen Hitzeaktionsplans (rHAP) maßgeblich zur Entwicklung des Moduls B, gesondert nach den einzelnen Problemfeldern, beitragen. Die im Modul B enthaltenen und in jeder Planung abzuwägenden Inhalte sind an die lokalen Anforderungen und Erfordernisse sowie im Einklang mit der derzeit geltenden Gesetzgebung auf Bundes- und Landesebene angepasst worden. 

Basierend auf umfassenden Analysen wie u. a. der Stadtklima- und Betroffenheitsanalyse, den Überflutungsschwerpunkten der Starkregengefahrenhinweiskarte des Landes NRW oder des Klimaatlasses NRW, einschließlich der darauf aufbauenden projizierten Szenarien, sind für das Land Nordrhein-Westfalen, somit auch für Oer-Erkenschwick, drei Hauptprobleme identifiziert worden, die als unmittelbare Folgen der Klimaveränderungen hervorgehen. Diese Problemfelder umfassen Hitze, Starkregen und Trockenheit beziehungsweise Dürre. 

Es bestehen komplexe Wechselwirkungen zwischen diesen Problemfeldern, die zu einer Verschärfung der bereits vorhandenen ungünstigen stadtklimatischen Bedingungen führen. Die steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels verstärken beispielsweise nicht nur das Hitzeempfinden in der Stadt, sondern tragen auch zur Zunahme von Trockenperioden bei, die wiederum das Risiko von Dürreereignissen erhöhen. Darüber hinaus führen heftige Starkregenereignisse zu lokalen Überflutungen und stellen eine weitere Herausforderung für die städtische Infrastruktur dar. Diese Ereignisse können zu erheblichen Schäden an Gebäuden, Straßen und anderen wichtigen gesellschaftlichen Einrichtungen führen und stellen auch ein Risiko für die Sicherheit und Gesundheit der Einwohner dar.

Die Identifizierung dieser Problemfelder verdeutlicht die Dringlichkeit von Handlungsmaßnahmen, die darauf abzielen, die Widerstandsfähigkeit der Stadt gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu stärken, im Sinne eines klimarobusten Zukunftsmanagements, und in abzuwägenden Maßnahmen (aus dem Ziele- und Maßnahmenkatalog) zu münden, welche die Stadt und ihre Bevölkerung besser auf die zunehmenden Herausforderungen des sich verändernden Klimas vorbereiten sollen.

Downloads
Modul B - Handlungsgrundlagen Oer-Erkenschwick
Pdf
PDF-Datei

Kontakt

Das städtische Klimaanpassungsmanagement ist für die integrale und nachhaltige Anpassung an die Folgen des Klimawandels zuständig. 

Erreichbar telefonisch (02368/691-362) sowie per E-Mail.