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Bereiten das Hitzeschutzforum vor: (v.l.) Andreas Giga (EGLV), OE-Klima-Anpassungsmanager Pavlos Schlotter, OE-Bürgermeister Shoaiub Nazir, Dzernentin Christina Kutschaty, Dr. Thomas Griebe (Stadtkoodinator Klima.Werk) und Vincent de Jong (Regionalkoordinator Kima.Werk).)

Anlässlich des Hitzeaktionstags am 11. Juni 2026 macht ein bundesweites Bündnis aus dem Gesundheits- und Klimabereich auf Hitze als größtes klimabedingtes Gesundheitsrisiko aufmerksam. Durch den Klimawandel treffen zunehmend Hitzewellen Deutschland, wodurch insbesondere Risikogruppen gefährdet sind. Laut der Europäischen Umweltagentur sind zwischen 1980 und 2023 95 Prozent der wetterbedingten Todesfälle auf Hitze zurückzuführen (EUA: Heat and Health 2024). Zu den Risikogruppen gehören Menschen, die stärker gefährdet sind, bei Hitze gesundheitliche Probleme zu entwickeln: Dazu zählen ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, sozial benachteiligte Menschen sowie Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben. 

Beim Hitzeschutzforum in Oer-Erkenschwick kommen die Akteure und Akteurinnen zusammen, um die Zwischenergebnisse des Projekts „HAP.Regio – Gemeinsame Hitzeaktionsplanung in der Emscher-Lippe-Region“ zu diskutieren und weiterzuentwickeln. An dem Projekt nehmen unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk die 16 Städte entlang der Emscher, die Kommunen des Kreises Recklinghausen sowie Emschergenossenschaft/Lippeverband teil. „Mit der Teilnahme am Projekt und unserem Hitzeschutzforum am bundesweiten Aktionstag wollen wir ein starkes Zeichen setzen“, sagt Shoaiub Nazir, Bürgermeister der gastgebenden Kommune Oer-Erkenschwick. „Wir als Region und die einzelnen Städte im Projekt nehmen die Bedrohung durch Hitze ernst und bereiten uns gemeinsam auf Hitzelagen vor.“

Das bedeutet zum Beispiel, Bürgerinnen und Bürger besser und systematischer als bisher über die Risiken von Hitze und Vorsorgetipps zu informieren. Darüber hinaus gilt es, gefährdete Gruppen besser zu schützen und rechtzeitig zu warnen. „Das alles ist Teil einer kommunalen Hitzeaktionsplanung, die wir angesichts des Klimawandels etablieren wollen und müssen“, sagt Christina Kutschaty, Technische Beigeordnete der Stadt Recklinghausen, stellvertretend für die Netzwerk- und Projektkommunen, im Vorfeld des Hitzeschutzforums. „Welche Meldeketten greifen im Ernstfall, was wird wann über welche Informationskanäle ausgespielt, welche Einrichtungen müssen wann gewarnt und einbezogen werden: Das sind die Standards, die wir im HAP.Regio-Projekt erarbeitet haben und noch erarbeiten“, so Kutschaty weiter.

Diese Arbeits- und Entscheidungshilfe als Basis für eine kommunale Hitzeaktionsplanung ist Thema beim Hitzeschutzforum in der Stadthalle in Oer-Erkenschwick. Neben den Mitarbeitenden aus den Rathäusern sind auch Vertreter*innen aus Einrichtungen eingeladen, die potenzielle Risikogruppen betreuen. Mit den Praktiker*innen aus Kindertagesstätten, Pflegeheimen oder Förderschulen geht es in den Austausch, um konkretes Vorgehen im Akutfall abzusprechen. Die Teilnehmer*innen des Forums können außerdem zum Beispiel an Planspielen teilnehmen, die eine Hitzelage simulieren.

Doch was macht eine Hitzelage aus? Bei Hitzewarnungen unterscheidet der Deutsche Wetterdienst zwei Warnstufen: Eine Hitzewarnung der Stufe 1 wird dann herausgegeben, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Dieser Schwellenwert liegt bei etwa 32°C, kann aber aufgrund eines Akklimatisationseffektes im Frühsommer etwas niedriger und im Hochsommer etwas höher liegen. Als weiteres Kriterium einer Warnung wird die nächtliche Temperatur von Innenräumen herangezogen. Denn bleibt die Nacht zu warm, verschlechtert sich die Schlafqualität. Durch diese zusätzliche Belastung wird die Hitze tagsüber schlechter verkraftet. Überschreitet die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Wert von 38°C, erfolgt eine Hitzewarnung der Stufe 2.

Entstanden ist das HAP.Regio-Netzwerk in der Zukunftsinitiative Klima.Werk. Die Initiative hat sich bislang insbesondere auf die Prävention von Starkregenereignissen fokussiert und den Umbau zu klimaresilienten Städten nach dem Schwammstadt-Prinzip gefördert. Mit dem übergeordneten Ziel, eine klimaresiliente Region zu schaffen, wird mit der gemeinsamen Hitzeaktionsplanung auch das Themenfeld der Hitzevorsorge erschlossen.

Gefördert wird das Projekt „HAP.Regio“ mit rund 1,4 Millionen Euro durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Ministerium setzt dafür Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE/Regio.NRW - Transformation) ein. Im Rahmen des Projekts werden zahlreiche Arbeits- und Entscheidungshilfen erstellt, die nach Fertigstellung veröffentlicht und somit auch Kommunen außerhalb der Emscher-Lippe-Region zur Verfügung gestellt werden. Die Projektlaufzeit endet im April 2027.

Mehr Informationen über das Projekt: HAP.Regio: Mehr Schutz in der heißen Stadt

Kontakt: hallo@klima-werk.de