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(v.r.) Neptun-Geschäftsführerin Bianca Knillmann, Bürgermeister Carsten Wewers und Vorsitzender Matthias Freitag.

„Ja, die Verlagerung des Trainingsbetriebs in die Nachbarstädte ist eine Belastung für unseren Verein. Das gilt für die Sportlerinnen und Sportler, aber auch und insbesondere für die Übungsleiter, die nun allesamt längere Anfahrtswege zum Training in Kauf nehmen müssen. Aber es gibt einen Silberstreif am Horizont. Denn die Modernisierung und der Ausbau des Schwimmstandortes in Oer-Erkenschwick ist für unseren Verein, die Schwimmausbildung und den Schwimmsport eine wahnsinnig tolle Perspektive. Die Stadt Oer-Erkenschwick bekennt sich mit ihrer Millionen-Investition nicht nur klar zum Schwimmstandort am Stimberg, sondern eröffnet uns als Verein in der Zukunft zahlreiche neue Möglichkeiten“, macht Vereinsvorsitzender Matthias Freitag deutlich.

Das sieht auch Geschäftsführerin Bianca Knillmann so. Sie gehört zu den Urgesteinen des Schwimmvereins Neptun Erkenschwick und ist mit Ehemann und Kindern bereits seit Jahrzehnten für die Schwimmausbildung und den Schwimmsport im Einsatz. „Über die Wichtigkeit der Schwimmausbildung muss man hoffentlich nicht viele Worte verlieren. Und vor diesem Hintergrund ist es umso erfreulicher, dass in Oer-Erkenschwick eben nicht, wie in anderen Regionen der Republik, Bäder geschlossen werden. Hier ist das Gegenteil der Fall. Es wird ein neues Freibad gebaut, und im Maritimo wird die Bahnenkapazität um ein ganzes Becken von sechs auf zehn erhöht. Damit können wir nicht nur mehr Training und mehr Ausbildung anbieten, dann können in Oer-Erkenschwick künftig auch hochkarätige Wettkämpfe durchgeführt werden“, freut sich Bianca Knillmann auf die Zukunft.

Die erste Verbesserung für die Neptunen soll schon im nächsten Jahr erfolgen. Dann wird das neue Freibad eröffnet. „Und selbstverständlich wird der Verein ab dann das darin befindliche Sportbecken nutzen können“, kündigt Bürgermeister Carsten Wewers an. Bis zur Fertigstellung der Maritimo-Gesamt-Baumaßnahme, so Wewers weiter, wird die Stadt die Vereine auch weiterhin mit der Übernahme der Kosten für Trainingsstunden in den benachbarten Bädern unterstützen. Das sind immerhin rund 200.000 Euro im Jahr. Immerhin: Die auch auf Initiative der Neptun-Verantwortlichen „gefundenen“ Trainingszeiten in der Nachbarschaft stellen rund 94 Prozent der Übungszeit dar, die der Schwimmverein bislang im Maritimo belegt hat.

Was aber viele Neptun-Mitglieder ärgert, ist die Tatsache, dass das Maritimo bereits seit mehr als einem Jahr geschlossen ist und das Wasser abgelassen wurde – aber kein Baubeginn oder gar Baufortschritt sichtbar ist. „Das liegt an diversen Gutachten, deren Ergebnisse vor einem Baustart vorliegen müssen. Zum Beispiel über den Bauzustand des großen Sportbeckens. Allerletzte Ergebnisse stehen hier immer noch aus. Die brauchen die Architekten und Ingenieure aber, um konkret planen zu können“, erläutert der Bürgermeister.

Diese und weitere Informationen soll der Verein künftig regelmäßig bekommen. „Das ist wichtig für uns als Vorstand, um unsere Mitglieder auf dem Laufenden halten zu können“, sagt Matthias Freitag. 

Über allen Erörterungspunkten steht aber am Ende natürlich die für die Wassersportler wichtigste „Mutter aller Fragen“: Wann wird denn das neue Maritimo fertiggestellt sein, wann können die Neptun-Mitglieder wieder zurück nach Oer-Erkenschwick? „Der neue Bauzeitenplan der Architekten sieht als Fertigstellungstermin das vierte Quartal 2028 vor. Aber dazu muss man auch wissen, dass für diese millionenschwere Baumaßnahme rund 70 einzelne Gewerke koordiniert und aufeinander abgestimmt werden müssen. Wenn es da bei einem dieser Mosaiksteine zu Problemen kommt, sind davon alle nachfolgenden Gewerke betroffen. Vor diesem Hintergrund sind Verzögerungen keineswegs unwahrscheinlich“, klärt Bürgermeister Carsten Wewers auf.