Vor allem bei der Menschenrettung und bei Bränden zählt im Notfall jede Sekunde. „Es war eine gute Entscheidung, sich auf eine Nummer zu verständigen, die in ganz Europa für Notrufe gilt“, sagt Landrat Bodo Klimpel. Im Kreis Recklinghausen sorgen in der Kreisleitstelle 60 Disponenten dafür, dass sich die Einsatzkräfte - auch aus Oer-Erkenschwick - schnellstmöglich auf den Weg zu den Einsätzen machen.

‚Die Einsatzkräfte‘, das sind im Kreis Recklinghausen mehr als 900 hauptamtliche Kräfte in den Bereichen Feuerschutz und Rettungsdienst. Hinzu kommen 250 Einsatzkräfte bei den Betriebs- und Werkfeuerwehren, mehr als 2.000 ehrenamtliche Feuerwehrleute und unzählige Freiwillige bei den Hilfsorganisationen. „Ich bin sehr froh, dass wir so viele Einsatzkräfte haben, die uns im Notfall zur Hilfe eilen“, sagt Landrat Bodo Klimpel. „Darum möchte ich diesen Tag auch nutzen, um all jenen zu danken, die in einer solchen Lage dazu beitragen, dass schnelle Hilfe sichergestellt wird", ergänzt Oer-Erkenschwicks Bürgermeister Shoaiub Nazir.

Verhalten im Notfall
Wer über die 112 einen Notfall meldet, sollte vor allem Ruhe bewahren. Die Leitstellen-Disponenten im Kreis Recklinghausen lotsen die Anrufer seit 2019 mit der strukturierten Notrufabfrage durch das Telefonat und sorgen dafür, dass schnellstmöglich Helfer zur Einsatzstelle ausrücken.

Zunächst wird nach der Adresse gefragt und was vorgefallen ist. Die Software leitet den Disponenten dann anhand der Antworten zu den weiterführenden Fragen. Was ist passiert? Ist nur eine Person betroffen oder mehrere? Für die Rettungskräfte ist vor allem die Abfrage der Vitalfunktionen wichtig: Ist die Person bei Bewusstsein? Atmet sie? Die Antworten gehen aus dem System heraus direkt an die alarmierten Mitarbeiter vom Rettungsdienst, so dass sie schon auf der Anfahrt ein Bild von der Situation vor Ort bekommen.

„Es muss niemand Sorge haben, dass es durch die strukturierte Notrufabfrage länger dauert, bis die Rettungskräfte losfahren. Die Hilfe ist schon unterwegs, auch wenn das Telefonat noch nicht beendet ist“, erklärt Sven Wehrhagen, Leiter der Kreisleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst. „Parallel zum Notrufdialog kann der Disponent oder die Disponentin die Rettungsmittel bereits alarmieren.“

Notrufe absetzen bei Stromausfall
Sollte es zu einem längeren Stromausfall oder zum Ausfall der Telekommunikationsnetzwerke kommen, haben der Kreis Recklinghausen und die zehn kreisangehörigen Städte vorgesorgt: Es gibt kreisweit über 80 Notfall-Infopunkte, die in solchen Fällen besetzt werden können, damit Bürger dennoch Notrufe absetzen können. Mehr Infos dazu und die Standorte der Notfall-Infopunkte auch in Oer-Erkenschwick gibt es auf www.kreis-re.de/notfallinfo.