„Unsere Gesellschaft darf nicht hinnehmen, dass rund ein Viertel der Viertklässler am Ende der Grundschulzeit nicht ausreichend lesen kann. Tatsache aber, dass die Belastungen in den Grundschulen sehr unterschiedlich gestiegen sind. Für eine Einzelförderung ist in der Regel nicht genug Kapazität vorhanden. Deshalb ist gesellschaftlich wirksame Solidarität gefragt“, erläutert Gabriele Bültmann aus Oer-Erkenschwick, die sich mit dem Verein „Lesementoring im Vest Recklinghausen“ unter anderem zusammen mit ihren Ehemann Reinhold Munding und Dr. Martina Sprotte nun auch in der Stimbergstadt engagieren will.
Gesucht werden nun Menschen, die ehrenamtlich eine mindestens einjährige Patenschaft für ein Lesekind übernehmen wollen, um es einmal in der Woche in der Schule für 45 Minuten zu treffen und spielerisch an das Lesen heranzuführen. Erste Kooperationspartner und damit potenzielle Einsatzorte sind die Albert-Schweitzer- und die Clemens-Höppe-Grundschulen in Oer-Erkenschwick und die Stadtbücherei am Berliner Platz.
Künftig wird die Zusammenarbeit zwischen Mentor, Kind und Schule zentral über den Mentoringverein organisiert. Den Schulen entstehen keine Kosten. Sie stellen aber die Räumlichkeit zur Verfügung. Die Kinder werden von den Lehrkräften ausgesucht. Die Lehrkräfte sprechen auch die Leselernziele mit den Lesementoren ab.
Wer sind die Mentoren?
Mentorin oder Mentor kann jeder werden, der selbst gern liest, geduldig ist und Verantwortung für einen jungen Menschen übernehmen möchte. Mentoren bewerben sich dazu beim Verein via E-Mail an lesementoringimvest@icloud.com. Die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses ist zwingend erforderlich. Nach Einzel-Auswahlgesprächen werden die Ehrenamtlichen in Einführungsveranstaltungen auf ihre Aufgabe vorbereitet. „Weil es um Arbeit mit Kindern geht, gehen wir bei der Auswahl der Mentorinnen und Mentoren besonders sorgfältig vor. Deren Qualifizierung ist besonders wichtig, denn sie tragen eine große Verantwortung für die Entwicklung der Grundschulkinder“, sagt Reinhold Munding.
Dr. Martina Sprotte, selbst studierte Sprachwissenschaftlerin, ist überzeugt: „Seit mehr als 20 Jahren beweisen wir, wie erfolgreich mit einem Lesementoring nach dem 1:1-Prinzip die Lese- und Lernfreude der Kinder individuell gefördert werden kann.
Bürgermeister Shoaiub Nazir ist begeistert von dem neuen Angebot für Schülerinnen und Schüler aus Oer-Erkenschwick: „Ich hoffe, dass sich möglichst schnell und auch möglichst viele Interessen bei dem Verein melden, damit Kinder, bei denen Entwicklungshürden erkannt worden sind, Unterstützung erfahren. Denn eine frühzeitige Förderung der Kinder ist wichtig, weil Lesen und Textverständnis die Grundlagen für ihren weiteren Bildungsweg sind.“
Kontakt per E-Mail: lesementoringimvest@icloud.com