„Ich habe mich schon als Kind für Straßenbahnen interessiert“, erzählt Franz-Josef Hauke bei einem Pott Kaffee im Büro des Verwaltungschefs. Und so war es beinahe zwangsläufig, dass aus dem bahnbegeisterten Jungen nach der Schule ein Gleis-Bauingenieur wurde. „In der Folge habe ich beinahe in ganz Europa Gleisnetze für private Unternehmen gebaut“, erinnert sich der heute 68-Jährige.
Franz-Josef Hauke ließ auch während seines Berufslebens die Geschichte der Vestischen Straßenbahnen nicht los. „Und mit meinem Renteneintritt konnte ich mich dann endlich auf Spurensuche begeben“, erzählt Hauke. Diese Spurensuche führte ihn in den Folgejahren in die Archive der Städte Herten, Recklinghausen, Castrop-Rauxel, Waltrop und natürlich auch in Oer-Erkenschwick.
Denn in der Stimbergstadt fuhr damals die mittlerweile legendäre Linie 2. Die kam von Datteln und fuhr vorbei am Steinrapener Weg zum Berliner Platz, die Stimbergstraße hoch, um die „heulende Kurve bei Kausch“ auf die Horneburger Straße und von dort aus weiter zum Hauptbahnhof in Recklinghausen.
Franz-Josef Hauke schreibt in seinem Buch: „51 Jahre verkehrte die Linie 2 zuverlässig zwischen Erkenschwick und Recklinghausen. Große Träume vom Straßenbahnstern Erkenschwick zerplatzten. Die Nordwanderung der Steinkohle endete, so wie ab 1956 die Kohlenkrise das nördliche Revier erschüttert. Es trifft die Struktur Kolonie/Arbeitsplatz hart. Städte wie Erkenschwick, die ihre Existenz einer Schachtanlage, hier Ewald-Fortsetzung, verdanken, müssen sich dem Zeitgeist anpassen. Kein Platz für Experimente und Visionen. Nicht abgehängt zu werden, ist schon ein Erfolg. Die Straßenbahn, als alt und hinderlich dargestellt, gibt das Bauernopfer für eine neue vorhandene, umfassende, moderne Strukturplanung für Wirtschaft und Bevölkerung. 1960 endete für Oer-Erkenschwick der schienengebundene Personenverkehr. Einen Bahnhof bekommt die Stadt auch nicht. Vielleicht im dritten Anlauf…“
Bürgermeister Shoaiub Nazir dankte Franz-Josef Hauke für seine Recherchearbeit. „Das Buch beleuchtet einen wichtigen Teil der verkehrlichen Stadtgeschichte. Ich freue mich schon darauf, bei der Lektüre in diese Zeit abtauchen zu können.“
Wer sich für das Oer-Erkenschwicker Straßenbahnen-Buch interessiert, kann es beim Autor persönlich zum Preis von 29 Euro erwerben. Hauke ist per E-Mail an franz-josef.hauke@vodafone.de zu erreichen. Bereits erschienen sind zudem Straßenbahn-Bücher über Datteln, Henrichenburg, Waltrop und Suderwich. In diesem Frühjahr erscheint das Nächste über die Straßenbahnen auf der Dortmunder Straße in Richtung Recklinghausen Hauptbahnhof. Zum Jahresende gibt es ein weiteres Buch. „Das wird ein wahrer Doku-Krimi über die Vestischen Straßenbahnen“, kündigt Autor Franz-Josef Hauke an.